Leistenbruch: Warnsignale und Symptome erkennen

 

Sehr starkes Niesen oder starkes Pressen auf der Toilette und danach plötzlich Leistenschmerzen? Vielleicht gar einen Knubbel in der Leiste? hmm, könnte tatsächlich ein Leistenbruch sein.

 

 

⭐️Beim Leistenbruch handelt es sich gar nicht um einen regulären Bruch, wie man ihn sich normalerweise vorstellt. Es handelt sich hierbei nämlich um eine sog. Hernie, einen Eingeweidebruch in der Leistengegend. Der Begriff Bruch hat sich dennoch eingebürgert, denn er beschreibt sehr anschaulich, was in der Leiste passiert.

Der Bauchraum ist von einer feinen Haut umgeben, die sich Bauchfell nennt. Darin sind u. a. der Magen, die Leber und der Darm enthalten. Damit die Schwerkraft diese Organe nicht immer weiter nach unten zieht, begrenzt das Bauchfell die Ausdehnung nach unten. Trotzdem drücken die Organe nach unten. Im Bereich der Leiste, bzw. des Leistenkanals ist dieser Druck besonders stark.

Da dieser aber in der Regel von gut trainierten Muskeln und starkem Bindegewebe umgeben ist, hält er der Belastung stand. Schwierig wird es nun, wenn sich der Druck erhöht oder kurzzeitig besonders stark wird. Geben die Muskeln nach, insbesondere bei einer Bindegewebsschwäche oder auch weil in dem Bereich zB schon einmal operiert wurde, dann entsteht eine Lücke im Gewebe und das Bauchfell wölbt sich nach außen.

Eine wichtige Unterscheidung, die man unbedingt gehört haben sollte, ist ob es ein direkter und indirekter Leistenbruch ist. Denn ist Ihr Baby betroffen, dass ist es wahrscheinlich indirekt = angeboren und sind Sie jetzt im Erwachsenenalter betroffen, dann ist es direkt und i.d.R. erworben. Indirekte Leistenbrüche bestehen häufig von Geburt an, betreffen in den meisten Fällen Neugeborene, Kinder und junge Menschen, die es jetzt erst merken.

Besonderheit und Grund für eine Operation: Eingeklemmter Leistenbruch Es gibt eine Komplikation des Leistenbruchs, die wesentlich gefährlicher als die normale Form ist. Da diese sich allerdings durch starke Schmerzen bemerkbar macht, wird sie in der Regel immer behandelt. Bei einem eingeklemmten Leistenbruch rutschen Eingeweideteile mit in den Bruchsack.

Diese werden dann nicht mehr ausreichend durchblutet und können bei ausbleibender Behandlung absterben. Bleibt dieser Zustand unbehandelt, riskieren die Patienten einen lebensgefährlichen Darmverschluss oder sogar eine Sepsis.