➡️ Kreatin vs Kreatinin ▶︎▶︎ Muskelaufbau vs Nierenschaden?

Für viele Sportler ist es mittlerweile ein bekanntes Supplement, für die meisten Menschen allerdings höchstens ein Geheimtipp, wenn nicht sogar als Dopingmittel verschrien. Die Rede ist von Kreatin. Dabei ist Kreatin eigentlich ein Stoff, der ganz natürlich im Körper vorkommt und elementar für die Versorgung unserer Muskeln ist.

 

Trotzdem ranken sich immer noch viele Mythen um diesen Stoff. Und dann lautet auch immer die Frage:

  • Was macht Kreatin überhaupt in unserem Körper?
  • Warum unterstützt Kreatin den Muskelaufbau und wieso fördert es die Leistung?
  • Was im Gegensatz dazu ist Kreatinin?
  • Wie gehört beides zusammen?

Was ist Kreatin?

Jeder Mensch hat Kreatin im Körper, im Schnitt zwischen 120-150g bei einem erwachsenen Menschen. Es wird in der Leber, den Nieren und der Bauchspeicheldrüse gebildet. Dieser Anteil deckt etwa die Hälfte des Tagesbedarfs ab, der Rest wird über die Nahrung aufgenommen. Wir benötigen 1,5-2g zum Erhalt der Muskeln, Kraftsportler nehmen etwa die doppelte Menge zu sich mit dem Ziel: Muskelaufbau.

Das geht am besten über Fisch-, Fleisch- oder Milchprodukte oder eben als Supplement. Neben der Versorgung der Muskeln ist es auch wichtig für das Gehirn und eine normale Funktion der Nerven. Die Frage lautet dann oft? Hilft Kreatin beim Muskelaufbau aber verursacht es auch einen Nierenschaden?

So wirkt Kreatin im Körper

Muskeln benötigen viel Energie um zu funktionieren. Deswegen leeren sich die Energiespeicher sehr schnell, wenn Sie Sport treiben. Kreatin bzw. seine weiterverarbeitete Form Phospho-Kreatin liefert diese Energie.

Adenosintriphosphat, kurz ATP genannt, spaltet sich auf in ADP und Phosphorsäure. Dabei entsteht die Energie, die wir für jede Bewegung eines Muskels brauchen. An dieser Stelle hilft dann Kreatin. Das Phospho-Kreatin ist besonders energiereich und kann die entladenen ADPs wieder aufladen.

Die Energie, mit der das Phospho-Kreatin die ADP wieder in ATP umwandelt erhält es dann selbst aus dem Grundstoff Kreatin zurück. Dieser Prozess ist entscheidend, wenn es um die Unterscheidung zwischen Kreatin und Kreatinin geht. Denn Kreatinin entsteht dann im nächsten Schritt.

Was ist Kreatinin?

Wenn die Muskeln die bereitgestellte Energie verbrauchen, wird ein Teil des Kreatins in Kreatinin umgewandelt. Täglich sind das ca. 1-2 % des Kreatinvorkommens im Körper, also etwa 1,5g. Dieses Kreatinin kann im Körper nicht weiterverarbeitet werden und erfüllt keine Funktion.

Deswegen wird über die Nieren gefiltert und über den Urin ausgeschieden. Dadurch können Messungen des Kreatininwerts Rückschlüsse auf einen möglichen Nierenschaden zulassen.

Der Normwert liegt zwischen 1,1 und 1,3 mg/dl im Blut. Wobei 1) das Alter, 2) sportliche Belastung und 3) Anteil der Muskelmasse im Körper beeinflussen diesen Normwert stark, wichtig ist also immer auch zu sehen wie sich der Wert im Verlauf entwickelt.

⏩ Ein hoher Wert kann also für einen Kraftsportler normal sein, bei vielen anderen würde er bereits auf eine ausbleibende Filterfunktion der Niere hinweisen.