Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prüft inzwischen einzelne Fälle von Resistenzen gegen den Erreger. Trotz Meldungen von Patienten in Großbritannien und den USA, die nicht auf das Grippemittel Tamiflu ansprachen, hält die WHO aber an ihrer Einschätzung fest, dass dieses Medikament bestens geeignet ist für die Behandlung der sogenannten Neuen Grippe. WHO-Grippespezialist Keiji Fukuda sagte am Donnerstag, dass Untersuchungen eingeleitet worden seien. Die insgesamt neun Patienten hätten aber auch ein schwer angeschlagenes Immunsystem.

Inzwischen mehr als 133.000 Krankheitsfälle in Deutschland

In Deutschland sind nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Influenza bis vergangenen Dienstag knapp 133.000 Krankheitsfälle registriert worden. Die Zahl der Neuerkrankungen in der vergangenen Woche lag demnach mit 33.787 Fällen unter der Zahl der Vorwoche (39.592). Das am meisten betroffene Bundesland ist den RKI-Zahlen zufolge Bayern mit 30.120 Fällen seit der 18. Kalenderwoche.

Auch in der Schweiz breitet sich die Schweinegrippe weiter rasant aus; es wurde inzwischen das vierte Todesopfer im Zusammenhang mit der Krankheit registriert.

In den Zahlen des Paul-Ehrlich-Instituts zu möglichen Folgen der Schweinegrippe-Impfung sind auch Meldungen über 32 Verdachtsfälle einer anaphylaktischen Reaktion (allergischen Schockreaktion) mit unterschiedlichem Schweregrad enthalten. Am häufigsten wurden weiter genannt: Kopfschmerzen, Fieber, Schmerzen in Armen oder Beinen, Schüttelfrost, Übelkeit, Ermüdung, Schwindelgefühl, Gelenkschmerzen, Erbrechen oder Kreislaufkollaps.

Bei mehr als einem Drittel der Patienten (153 Personen oder 34 Prozent) war dem PEI zufolge die Gesundheit bereits vollständig wiederhergestellt. 130 Patienten (28,2 Prozent) hatten demnach immer noch unter den Folgen zu leiden. Bei 153 Patienten (33,9 Prozent) wurde der Ausgang der unerwünschten Ereignisse als «unbekannt» gemeldet.

Experten mahnen zur Vorsicht bei Suche nach Ursache

Die Experten weisen darauf hin, dass die zeitliche Nähe zu der Impfung noch kein ausreichender Hinweis auf einen ursächlichen Zusammenhang mit der Immunisierung darstelle. Die eingegangenen Meldungen werden dahingehend ausgewertet, ob sich aufgrund der Datenlage die Nutzen-Risiko-Bewertung des Impfstoffs ändert und Maßnahmen ergriffen werden müssen. Dazu bestehe aber bislang kein Anlass. «Das PEI wird weiterhin engmaschig alle gemeldeten unerwünschten Ereignisse recherchieren und wissenschaftlich bewerten», heißt es in der online veröffentlichten Lageeinschätzung des Instituts.